Die VG Rockenhausen im Jahre 2025

Veröffentlicht am 03.07.2011 in Veranstaltungen

Univ.-Prof. Dr. habil. Gabriele Troeger-Weiß

„Die VG Rockenhausen im Jahre 2025-gibt es noch Chancen für den ländlichen Raum?“ so lautete das Thema der SPD-Gemeindeverbandskonferenz im Bürgerhaus in Teschenmoschel. Frau Prof. Dr. Troeger-Weiß, Inhaberin des Lehrstuhls für Regionalentwicklung und Raum-ordnung an der TU Kaiserslautern, konnte dazu als Referentin gewonnen werden. Mehr als 60 Besucherinnen und Besucher durfte SPD- Gemeindeverbandsvorsitzender Michael Cullmann zu dieser Veranstaltung begrüßen, darunter auch eine Reihe von Personen, die nicht der SPD angehören: Ein sicheres Zeichen dafür, dass dieses Thema weit über Parteigrenzen hinweg von großem Interesse ist.

Die Professorin begann ihren interessanten und detailreichen Vortrag mit der Schilderung der Fakten, die im Rahmen des demografischen Wandels während der nächsten 10 Jahre in der VG zu erwarten sind. “Mit einem Bevölkerungsverlust von ca. 10 % muss gerechnet werden, der sich natürlich nicht überall in den 19 Ortsgemeinden gleichmäßig auswirken wird“ erklärte sie. “Das bedeutet auch, dass die Zahl der über 65-jährigen steigen wird, die unter 20-jährigen werden immer weniger. Diese Tendenz können wir übrigens in der gesamten Westpfalz beobachten. Die Folgen einer solchen Entwicklung machen sich jetzt schon bemerkbar: Die Anzahl der Schüler/innen geht zurück- das wird eine Veränderung der Schulstruktur bedeuten, bis hin zur Schließung mancher Schulstandorte. Auch auf den Wohnungsmarkt, den Arbeitsmarkt, den ÖPNV und auf den Finanzbereich werden solche Entwicklungen ihre Auswirkungen haben. Gerade die medizinische Versorgung wird sich umstellen müssen, ebenso der gesamte Dienstleistungsbereich. Bringdienste werden immer größere Bedeutung erlangen, die Kaufkraft wird sich verringern und die Nachfrage nach biologisch angebauten Produkten wird wohl steigen, “ führte Frau Dr. Troeger-Weiß weiterhin aus.
Wie kann nun einer solchen Entwicklung entgegengesteuert werden? Die Erstellung von Entwicklungs- und Bevölkerungskonzepten, von Siedlungsentwicklungskonzepten und ein verstärktes Standort- und Imagemarketing nannte die Professorin als dazu brauchbare Instrumente. Die spezifischen Stärken und Potentiale der Verbandsgemeinde müssten dabei herausgestellt werden, wie z.B. das hervorragende Schul- und Betreuungsangebot, betreutes Wohnen sowie die herrliche Landschaft und das vielfältige kulturelle Angebot, die vor allem den Tourismus ansprechen sollten. “Der ländliche Raum bietet gerade für junge Familien eine Reihe von Vorteilen gegenüber der Stadt: Boden- und Mietpreise sind hier noch erschwinglich, dazu kommen die gute Infrastruktur und eine gute Daseinsvorsorge, “ sagte die Referentin. “Die modernen Medien ermöglichen es, die Verbindung mit der Welt zu halten und sollten deshalb noch weiter ausgebaut werden.“ Auch die Tatsache, dass es hier mehr Einpendler als Auspendler gibt und der hohe Anteil an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen sind positive Standortfaktoren.
Dem Referat folgte eine lebhafte Aussprache, in deren Verlauf VG-Bürgermeister Karl Heinz Seebald erklärte, dass die von Frau Dr. Troeger-Weiß genannten Konzepte für eine zukunftsorientierte Kommunalentwicklung bereits in Angriff genommen wurden. Er sah das Hauptproblem der Verbandsgemeinde in ihrer schlechten Verkehrsanbindung. „Wir müssen alles dafür tun, dass eine bessere und schnellere Anbindung an die A 63 möglichst bald erfolgt, damit wir aus dieser ungünstigen Randlage herauskommen,“ betonte der Bürgermeister.

 

Gustav Herzog. Für die Region.

Facebook SPD Donnersberg

Mitglied werden

Mitglied werden

Suchen